Inhaltsverzeichnis
- Die Fischarten im Roten Meer im Detail: Was lebt wirklich in diesen Gewässern?
- Vorsicht geboten: Gefährliche und giftige Tiere im Roten Meer
- Die schönsten Riffe: Wo Sie welche Arten am ehesten treffen
- Ausflugsarten im Vergleich: Preise, Dauer und Ausrüstung
- Praktische Tipps: Ausrüstung und Verhalten am Riff
- Häufige Fragen zu den Fischarten im Roten Meer
- Welche Fische gibt es im Roten Meer?
- Ist der Walhai im Roten Meer gefährlich?
- Wo sieht man die meisten Fischarten im Roten Meer?
- Lohnt sich ein Ausflug wirklich?
Über 1.200 Fischarten leben im Roten Meer, rund 17 Prozent davon endemisch – nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Vor den Küsten von Hurghada, Makadi Bay, Safaga und El Gouna erwarten Sie Kaiserfische, Papageifische, Napoleon-Lippfische, Barrakudas, Walhaie und Clownfische, dazu Muränen, Rochen und Meeresschildkröten – eine der artenreichsten Unterwasserwelten der Erde, direkt vor der Haustür Ihres Hotels.
Die Fischarten im Roten Meer im Detail: Was lebt wirklich in diesen Gewässern?
Diese Arten begegnen Ihnen besonders häufig:
- Kaiserfisch (Imperator-Kaiserfisch): leuchtend gefärbt, meist in 3–20 m Tiefe entlang der Riffkante, tagaktiv und häufig einzeln unterwegs.
- Papageifisch: zerkleinert abgestorbene Korallen mit seinem kräftigen Schnabel und produziert so einen Großteil des feinen Korallensands – meist in flachen Riffbereichen bis 10 m zu beobachten.
- Napoleon-Lippfisch: kann über zwei Meter lang werden, oft an Außenriffen und Steilwänden, besonders an Riffen wie Giftun oder Shaab El Erg regelmäßig anzutreffen.
- Barrakuda: schwimmt oft in großen Schwärmen im freien Wasser, bevorzugt Strömungskanten – ein Highlight an Riffen wie Abu Ramada.
- Rotfeuerfisch (Lionfish): auffällig gestreift mit langen Rückenflossenstacheln, tagsüber meist ruhig unter Überhängen, nachts aktiv jagend – die Stacheln sind giftig (siehe Abschnitt weiter unten).
- Anthias: kleine, orange-violette Schwarmfische, die in dichten Wolken über fast jedem Riff schweben – eines der Markenzeichen der Hurghada-Riffe.
- Riesenmuräne: bis zu 2,5 Meter lang, tagsüber meist mit herausschauendem Kopf aus Felsspalten zu sehen; das ständige Öffnen und Schließen des Mauls ist normales Atmen, keine Aggression.
- Blaupunktrochen: liegt oft gut getarnt im Sand, an fast jedem Sandflächen-Abschnitt der Riffe zu finden.
- Walhai: größter Fisch der Erde, ernährt sich fast ausschließlich von Plankton und gilt als vollkommen ungefährlich. Sichtungen sind selten und nicht fest terminierbar, am ehesten in den ruhigeren Monaten und am häufigsten rund um die Giftun-Inseln vor Hurghada dokumentiert.
- Clownfisch: lebt in enger Symbiose mit Seeanemonen; biologisch besonders interessant ist die Fähigkeit zur Geschlechtsumwandlung – alle Jungfische sind männlich, das dominante Tier einer Gruppe wird zum Weibchen.
- Skorpionfisch: perfekt getarnt zwischen Korallen und Felsen, giftige Stacheln (siehe unten).
- Zackenbarsch: teils über einen Meter groß, meist einzelgängerisch an Riffkanten und in Wracknähe.
- Meeresschildkröten (Grüne und Karett-Schildkröte): häufig an nahezu jedem Riff anzutreffen, besonders zuverlässig bei Abu Nuhas und Fanadir.
- Drückerfisch: territorial, besonders während der Brutzeit im Frühsommer, wenn er Nester am sandigen Riffboden verteidigt – hier lohnt sich etwas Abstand.
Vorsicht geboten: Gefährliche und giftige Tiere im Roten Meer
Einige Bewohner des Roten Meeres tragen giftige Stacheln zur Verteidigung, greifen aber nicht unprovoziert an:
- Steinfisch: extrem gut getarnt, das gefährlichste Gifttier im Roten Meer – Wasserschuhe schützen zuverlässig vor versehentlichem Draufsteten.
- Rotfeuerfisch und Skorpionfisch: schmerzhafte, aber selten lebensgefährliche Stiche durch die Rückenstacheln.
- Stachelrochen und Seeigel: Vorsicht beim Betreten sandiger Flachwasserzonen, am besten mit leichtem „Stingray-Shuffle“ statt normalem Gehen.
- Feuerkorallen: kein Fisch, aber eine häufige Ursache für schmerzhafte Hautreizungen bei Berührung.
Erste Hilfe bei Stichen von Feuerfisch, Skorpionfisch oder Stachelrochen: die betroffene Stelle in möglichst warmes Wasser tauchen (das Gift wird dadurch teilweise neutralisiert), bei starken Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Bei Kontakt mit Feuerkorallen hilft häufig Essig oder Zitronensaft zur Linderung. Grundsätzlich gilt: Korallen und Riffboden nicht berühren, dann bleibt das Risiko sehr gering.
Die schönsten Riffe: Wo Sie welche Arten am ehesten treffen
Rund um Hurghada gibt es mehrere Riffe mit eigenem Charakter:
- Giftun Island: harte und weiche Korallen, zuverlässig Napoleon-Lippfisch und Papageifische.
- Abu Ramada: Korallengärten mit Muränen, Barrakudas und Doktorfischen.
- Shaab El Erg: bekannt für Napoleon-Lippfisch, blaugepunktete Rochen und Skorpionfische.
- Abu Nuhas: geschützte Riffe mit guter Schildkröten-Sichtungsquote, gelegentlich Delfine.
- Salem Express (Wracktauchen, erfahrene Taucher): emotionaler Tauchplatz mit besonderer Geschichte, für Fortgeschrittene.
Ausflugsarten im Vergleich: Preise, Dauer und Ausrüstung
| Ausflugsart | Dauer | Preis ab | Ausrüstung |
|---|---|---|---|
| Schnorchelausflug (Boot) | 4–6 Std. | ca. 25–40 € | Maske/Schnorchel/Flossen meist im Preis, Neoprenshirt optional leihbar |
| Einführungstauchgang (ohne Schein) | 1 Tauchgang, ca. 3–4 Std. inkl. Boot | ca. 60–90 € | komplette Tauchausrüstung gestellt, Guide-Begleitung Pflicht |
| Tauchgang mit Zertifikat (2 Tauchgänge) | ganzer Vormittag/Tag | ca. 70–110 € | eigenes Brevet nötig, Ausrüstung leihbar oder mitbringen |
| Bootsausflug zu mehreren Riffen/Inseln | ganztägig | ca. 45–70 € | Schnorchelausrüstung, oft inkl. Mittagessen |
Wer unsicher ist, welche Variante am besten zu ihm passt, findet ausführliche Entscheidungshilfen in unserem Artikel Schnorcheln oder Tauchen: Was eignet sich für Anfänger?. Auch die Wahl des Standorts spielt eine Rolle – ein Vergleich der beliebtesten Küstenorte findet sich im Beitrag Hurghada oder El Gouna: Welcher Urlaubsort passt zu Ihnen?.
Praktische Tipps: Ausrüstung und Verhalten am Riff
Neben Badebekleidung sind Sonnenschutz, ein Handtuch, Wasserschuhe (Schutz vor Steinfisch und Seeigel) und wasserfeste Kleinigkeiten sinnvoll – eine vollständige Übersicht bietet unsere Packliste Ägypten. Bootspersonal und Guides freuen sich über ein Trinkgeld am Ende des Ausflugs, Richtwerte dazu finden Sie im Beitrag Trinkgeld in Ägypten: Wie viel ist üblich?. Beim Schnorcheln und Tauchen gilt außerdem: Korallen niemals berühren oder abbrechen, da diese sehr empfindlich sind und sich nur extrem langsam regenerieren.
Häufige Fragen zu den Fischarten im Roten Meer
Welche Fische gibt es im Roten Meer?
Zu den bekanntesten Arten zählen Kaiserfisch, Papageifisch, Napoleon-Lippfisch, Barrakuda, Walhai, Clownfisch, Zackenbarsch, Muräne und Rochen. Die vollständige Übersicht mit Riffzonen finden Sie weiter oben.
Ist der Walhai im Roten Meer gefährlich?
Nein, er ernährt sich fast ausschließlich von Plankton und stellt keine Gefahr dar (Details siehe Artenliste oben).
Wo sieht man die meisten Fischarten im Roten Meer?
Besonders vielfältig sind die Riffe vor Hurghada, Makadi Bay, Safaga und El Gouna, insbesondere Giftun Island, Abu Ramada und Shaab El Erg.
Lohnt sich ein Ausflug wirklich?
Bereits als Einsteiger sieht man an der Wasseroberfläche einen Großteil der farbenfrohen Riffbewohner: Bei einer typischen Wassertemperatur von 24 bis 29 Grad und einer Sichtweite von meist 15 bis 30 Metern lassen sich pro Schnorchelausflug erfahrungsgemäß 20 bis 30 verschiedene Fischarten beobachten. Geführte Ausflüge mit erfahrenen Guides sorgen dafür, dass auch Ungeübte sich sicher fühlen.
